Clever reisen mit dem Wohnmobil – Maut sparen ohne auf Komfort zu verzichten
Bei der Planung unserer Camper-Reise mit dem Wohnmobil nach Südfrankreich in die Camargue war schnell klar: Wir möchten Mautkosten sparen, ohne auf Fahrkomfort zu verzichten. Lange Tagesetappen, unzählige Kreisverkehre und enge Gassen wollten wir bewusst vermeiden. Unsere Route sollte entspannt, effizient und landschaftlich reizvoll sein – ideal also für alle, die mautarm mit dem Wohnmobil nach Südfrankreich reisen möchten.
Wir haben im Vorfeld viel im Internet recherchiert – allerdings fanden wir fast ausschließlich Tipps, wie man mautfrei nach Spanien gelangt oder an andere Orte der Französischen Küste. Meist wurde dabei die Nord-Süd-Achse über die A75 empfohlen, da sie tatsächlich mautfrei ist. Für unsere geplante Reise mit dem Wohnmobil in die Camargue war diese Strecke jedoch nicht praktikabel oder zielführend, da sie einen ordentlichen Umweg bedeutete.
Die direkte Strecke vom Ruhrgebiet in die Camargue hätte uns rund 145 € gekostet – über Luxemburg und weite Teile der französischen Autobahn. Mit cleverer Planung haben wir die Kosten auf nur 45 € reduziert, ohne große Umwege oder Zeitverlust. In diesem Beitrag zeigen wir dir genau, wie das geht und stellen dir eine Karte zur Verfügung, auf der die Strecke eingezeichnet ist.
Interaktive Karte unserer mautarmen Route mit dem Wohnmobil nach Südfrankreich
Wahrscheinlich musst du einmal kurz auf einem Button bestätigen, dass dir die Karte angezeigt wird. Sollte das nicht funktionieren findest du sie auch unter diesem Link zur Karte.
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Weitere InformationenMautpflicht in Frankreich – das solltest du wissen
- Die meisten Autobahnen (Autoroutes) in Frankreich sind mautpflichtig.
- Bezahlt wird an Schranken – entweder mit Bargeld, Kreditkarte oder einem Télépéage-Transponder wie Bip & Go.
- Je nach Route entstehen 60–150 € Mautkosten für die Anreise aus Deutschland.
- Eine praktische Möglichkeit zur Berechnung der Mautkosten bietet die ADAC Drive App – dort kannst du deine Route eingeben und erhältst eine gute Übersicht über die anfallenden Gebühren.
- Landstraßen sind kostenlos, aber meist langsamer.
Wenn du mautarm mit dem Wohnmobil nach Südfrankreich reisen willst, lohnt es sich, vorab deine Route zu planen und Alternativen zur Autobahn zu prüfen.
Unsere erprobte Route: Mautarm mit dem Wohnmobil nach Südfrankreich in drei Etappen
Zur besseren Einordnung: Wir sind mit einem Pössl Summit 600 Plus Kastenwagen unter 3,5 Tonnen unterwegs gewesen und hatten zusätzlich einen Anhänger mit Roller dabei. Das ist wichtig zu wissen, wenn ihr unsere Route nachvollziehen möchtet. Achtung: Einige Streckenabschnitte sind für Fahrzeuge über 3,5 t gesperrt – daher bei der eigenen Planung unbedingt auf die Gewichtsbeschränkungen achten!
Gefahren sind wir von Samstag bis Montag.
Um Mautkosten zu reduzieren, haben wir die Strecke in drei gut fahrbare Etappen eingeteilt:
- 1. Etappe: Vom Ruhrgebiet in den Schwarzwald – stressfrei und landschaftlich schön
- 2. Etappe: Mautfrei bis Lyon – gut ausgebaute Ladstraßen mit wenig Verkehr
- 3. Etappe: Über die Autobahn in die Camargue – schnell, komfortabel und lohnenswert
Diese drei Etappen haben sich für uns als ideale Lösung erwiesen, um mautarm mit dem Wohnmobil nach Südfrankreich zu gelangen – ohne große Umwege, aber mit viel Genuss unterwegs.
Unsere Etappe 1: Entspannt in den Schwarzwald starten
Bereits in Deutschland haben wir die stressigen Kasseler Berge (A7) umfahren und sind lieber durch das Edertal gefahren. Diese Strecke ist nicht nur landschaftlich reizvoll, sondern auch weniger befahren – gerade am Wochenende.
Bei Marburg fuhren wir auf die Autobahn und erreichten entspannt unseren ersten Übernachtungsstopp im Schwarzwald. Für die rund 400 Kilometer lange Etappe haben wir etwa 5,5 Stunden Fahrzeit eingeplant – inklusive kleiner Pausen unterwegs.
Etappe 2: Mautfrei durch Frankreich bis Lyon
Wir waren zunächst unsicher, ob eine mautfreie Route durch Frankreich wirklich praktikabel ist – Stichwort: enge Dörfer, schlechte Straßen? Doch mit Google Maps und der Einstellung „Mautstraßen vermeiden“ erlebten wir eine angenehme und überraschend stressfreie Fahrt – toll, wenn man in Frankreich ohne Maut reisen möchte.
Die Strecke war gut ausgebaut, landschaftlich solide und bei Sonntagsverkehr angenehm ruhig. Wer gerne entschleunigt reist, ist hier genau richtig. Der Verbrauch lag nur minimal über dem der Autobahn – unter 1 Liter Unterschied. Für die etwa 470 Kilometer lange Etappe haben wir rund 5,5 Stunden Fahrzeit benötigt.
In der Nähe von Lyon übernachteten wir auf einem Camping-Car-Park-Stellplatz direkt am Fluss. Die eingezäunte Anlage bietet über 100 Plätze, V+E aber leider keine Sanitäranlagen. Einige Plätze haben sogar direkten Blick auf den Fluss und einen Badesee kann man direkt nebenan finden. Perfekt für Gespanne und eine entspannte Weiterreise nach dem Kaffee am Flussufer.
Etappe 3: Komfortabel und schnell mit Bip & Go in die Camargue
Für den letzten Abschnitt entschieden wir uns für die Autobahnfahrt mit Maut. Die Kosten: ca. 45 € – aber dafür sparten wir rund 3 Stunden Fahrzeit. Bei über 30 Grad war uns das die zusätzlichen Stunden am Pool absolut wert.
Die Strecke umfasste etwa 330 Kilometer, für die wir rund 4 Stunden Fahrzeit benötigt haben – eine gute Entscheidung, um die Anreise entspannt ausklingen zu lassen. Auch landschaftlich war dieser Abschnitt lohnenswert: Wir fuhren durch Lyon, entlang der Rhône und sahen bereits eine Stunde vor dem Ziel die ersten blühenden Lavendelfelder.
Dank unseres Bip & Go Transponders konnten wir die Mautstationen kontaktlos passieren – kein Anhalten, kein Kramen nach Kleingeld.
Warum Bip & Go?
- Keine Jahresgebühr, nur Zahlung im Nutzungsmonat
- Funktioniert in Frankreich, Spanien, Portugal, Italien
- Wird einfach an die Windschutzscheibe geklebt und über ein Kundenkonto verwaltet
Wichtige Verkehrsregeln für Wohnmobile in Frankreich
- Innerorts: 50 km/h
- Außerorts: 80 km/h
- Schnellstraße: 110 km/h
- Autobahn: 130 km/h (bis 3,5 t)
Für Fahrzeuge über 3,5 t oder mit Anhänger:
- Landstraße: 80 km/h (bzw. 90 km/h bei 2×2 Fahrstreifen)
- Autobahn: maximal 90 km/h
- Auf Autobahnen nur die beiden rechten Spuren nutzen
Gut zu wissen: Bußgelder sind vor allem bei Geschwindigkeitsüberschreitungen innerorts sehr hoch – hier sollte man ganz besonders auf die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten achten.
Für die gesamte Fahrt durch Frankreich können wir dir Oonoo als digitalen Fahrzeugassistenten* für Wohnmobile empfehlen.
Mit dem Roller in Frankreich unterwegs
Auch für unseren Aprilia SR 200 GT Roller galten besondere Vorschriften:
- Reflektoren am Helm* (Helm nur mit ECE-Kennzeichnung)
- CE-zertifizierte Handschuhe für Fahrer & Beifahrer Pflicht
Selbst bei hohen Temperaturen tragen viele Franzosen die Handschuhe, was uns zeigt, dass dieser Teil der erforderlichen Schutzausrüstung wohl sehr ernst genommen wird.
Sicher und günstig campen in Frankreich – unsere Tipps
– Wildcamping: In Frankreich ist Wildcampen grundsätzlich verboten, besonders an Stränden, in Nationalparks, in der Nähe von Sehenswürdigkeiten oder auf Privatgrund ohne Erlaubnis. Geduldet wird unter bestimmten Bedingungen jedoch das sogenannte „Bivouac“ – also das minimalistische Campen für eine Nacht von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang, meist in abgelegenen Bergregionen. Auch wenn das in manchen Gegenden möglich ist, empfehlen wir besonders in stark besuchten Tourismusregionen, lieber die offiziellen Stell- oder Campingplätze zu nutzen. Wer wild übernachten möchte, sollte sich immer vorab über die lokalen Regelungen informieren und keine Spuren hinterlassen.
– Sicherheit beim Übernachten:
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- Nicht auf Rastplätzen oder in kritischen Regionen (googeln) schlafen – dort gibt es teils Einbrüche (auch mit Narkosegas)
- Gaswarner aktivieren, Spanngurt zwischen Fahrer- und Beifahrertür
– Angles morts Schilder* sind Pflicht für Fahrzeuge über 3,5 t – unbedingt gut sichtbar anbringen!
– Bip & Go Transponder spart Zeit an den Mautstationen
– Camping-Car-Park App: Ein besonders praktisches Konzept für die Durchreise. Über eine App kann man eine Mitgliedskarte für 5 € bestellen und aufladen. Mit dem persönlichen Zugangscode erhält man dann ganz einfach Einlass und Ausfahrt zu zahlreichen eingezäunten, geräumigen und unkomplizierten Stellplätzen in ganz Frankreich. Ideal für eine sichere und spontane Übernachtung! Mittlerweile gibt es auch die ersten Stellplätze von diesem Anbieter in Deutschland.
– Tanken günstiger abseits der Autobahn, z.B. bei Intermarché anstatt an Autobahntankstellen
– Geschwindigkeit beachten – Bußgelder innerorts sind hoch
Umweltzonen & Crit’Air-Plakette – so bleibst du legal unterwegs
Wenn du mautarm mit dem Wohnmobil nach Südfrankreich unterwegs bist, solltest du nicht nur die Mautkosten im Blick haben, sondern auch die aktuellen Umweltzonen auf deiner Route prüfen.
In vielen französischen Regionen gibt es temporäre Umweltzonen – z. B. in Paris, Lyon, Nizza oder entlang der A9 und A75.
- Crit’Air-Vignette unbedingt vor der Reise auf der offiziellen Website bestellen
- Die „Green Zones“-App zeigt live, ob du in bestimmte Bereiche einfahren darfst
- Achtung: Viele unseriöse Seiten bieten überteuerte oder ungültige Plaketten an
Fazit: Günstig, entspannt und mit vielen Eindrücken ans Ziel
Statt der kalkulierten 145 € Mautkosten haben wir nur 45 € gezahlt – unser Erfahrungsbericht zeigt, wie du ebenfalls mautarm mit dem Wohnmobil nach Südfrankreich reisen kannst. Dabei haben wir eine angenehme, abwechslungsreiche und landschaftlich schöne Reiseroute erlebt. Klar: Die letzten 45 € hätten wir uns auch noch sparen können, aber bei Hitze und Urlaubslaune war die Autobahn einfach die bessere Wahl.
Wer mehr Zeit mitbringt, dem legen wir die Route des Grandes Alpes ans Herz – eine beeindruckende, mautfreie Alpenüberquerung mit spektakulären Ausblicken und Pässen. Aber: Diese Route verdient eine eigene Reise!
👉 Unser Erfahrungsbericht zur Route des Grandes Alpes ist bereits online – schau gerne rein!




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